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Wols

Alfred Otto Wolfgang Schulze

Wols (* 27. Mai 1913 in Berlin; † 1. September 1951 in Paris), eigentlich Alfred Otto Wolfgang Schulze – den Künstlernamen bildete er aus den Initialen Wolfgang Schulze –, war ein deutsch-französischer Fotograf, Maler und Grafiker. Er gilt als wichtiger Wegbereiter des Tachismus und Ahnherr des Informel.


Wols künstlerisches Werk entstand ausschließlich in Frankreich, wohin er 1932 ausgewandert war. Vom Surrealismus und den Bauhausmeistern inspiriert und ohne professionelle Ausbildung, schuf er, nach einer kurzen Phase als Fotograf, zunächst surrealistische und später informelle Zeichnungen und Gemälde. Insbesondere die in Öl gemalten Werke seiner späteren Phase beeinflussten französische und deutsche Maler des Informel. Jean-Paul Sartre und andere französische Schriftsteller schätzten ihn als Buchillustrator.


Wolfgang Schulze war der Sohn des hohen Berliner Regierungsbeamten Dr. jur. Alfred Schulze (1878–1929), der im Jahr 1919 zum Ministerialdirektor und Chef der Staatskanzlei in den sächsischen Staatsdienst berufen wurde, und dessen Ehefrau Eva, geborene Battmann (1886–1969). Er wuchs gemeinsam mit seiner Schwester Elfriede Schulze-Battmann in einem kulturinteressierten Elternhaus in Dresden auf, das Kontakte zu Dresdner Künstlern wie Ludwig von Hofmann, Robert Sterl, Conrad Felixmüller und Otto Dix pflegte, dank derer die Kinder früh mit der Bildenden Kunst in Berührung kamen. Als Vertreter des Ministeriums im Akademierat besaß Alfred Schulze erheblichen Einfluss auf die Berufung von Künstlern an die Dresdner Akademie; Otto Dix dankte ihm für seine Unterstützung dadurch, dass er ihn in der Mitteltafel seines Triptychons Großstadt (Mischtechnik auf Holz, 1927/28, Galerie der Stadt Stuttgart) als Saxophon spielenden Band-Leader darstellte. Von Hugo Erfurth existiert die Porträtfotografie Dr. Alfred Schulze (1927/28), von Robert Sterl ein Porträt in Ölmalerei.


Nach nur drei Grundschuljahren wechselte Wolfgang Schulze 1922 aufgrund seiner hervorragenden Leistungen auf das humanistische Staatsgymnasium in Dresden-Neustadt. Der Besuch der Großen Internationalen Kunstausstellung 1926 mit Werken der zeitgenössischen Moderne, unter prominenter Vertretung von Otto Dix und der Bauhausmeister, in Dresden hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei ihm. In den Jahren darauf verkehrte er im Club der „Hirsche“ um seinen väterlichen Freund Fritz Bienert, dem unter anderem Will Grohmann, Fritz Löffler und Gret Palucca sowie Otto Dix angehörten. Die Kriegsdarstellungen von Dix haben den jungen Mann tief beeindruckt und prägten sein späteres Werk. Darüber hinaus war Wols sportlich aktiv und ab 1927 und bis zum Tod seines Vaters (1929) musikalisch tätig. 1927 erhielt er Geigenunterricht beim Konzertmeister der Dresdner Staatskapelle, Jan Dahmen. Generalmusikdirektor Fritz Busch, ein Freund des Hauses Schulze, war von dem Geigenspiel so angetan, dass er dem 14-Jährigen eine Konzertmeisterstelle in einem A-Orchester anbot. Im Jahr 1927 wechselte er auf das humanistische Gymnasium Zum heiligen Kreuz.


Der frühe Tod des Vaters löste eine schwere Verstörung aus. 1930 verließ er wegen seiner gefährdeten Versetzung die Schule und erhielt Privatunterricht zur Vorbereitung auf das Abitur. Trotz guter Leistungen verwehrte ihm das Ministerium die Zulassung zur Prüfung. Danach arbeitete er drei Monate in einer Dresdner Mercedes-Werkstatt und anschließend in dem angesehenen, für Porträt-Aufnahmen bekannten Foto-Atelier der Fotografin Genja Jonas. Nach kurzem Besuch der Kunst- und Kunstgewerbeschule Reimann in Berlin volontierte er 1932 einige Monate am Frobenius-Institut für Völkerkunde in Frankfurt am Main, wo er mit Begeisterung afrikanische Musikinstrumente inventarisierte. Schon 1928 hatte er sich mehrere Wochen im Haus des Ethnologen Leo Frobenius, Freund der Familie Schulze, am Lago Maggiore aufgehalten. Frobenius wollte ihn weiterbeschäftigen, wenn er das Abitur nachholt und studiert, doch verweigerte er sich diesem Ansinnen.

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