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Charlotte Posenenske

Charlotte Posenenske

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Charlotte Posenenske, geborene Mayer (* 28. Oktober 1930 in Wiesbaden; † 3. Oktober 1985 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Malerin und Bildhauerin des Minimalismus.


Als Tochter eines jüdischen Vaters hatte Charlotte Posenenske die Zeit des Dritten Reiches in einem Versteck in Wiesbaden überlebt. Nach 1945 arbeitete sie im Malersaal des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden und wurde, nach dem Abitur, 1950 Studentin von Willi Baumeister an der Stuttgarter Kunstakademie. Daneben arbeitete sie mit Baumeister an Bühnenbildern im Landestheater Darmstadt (heute Staatstheater Darmstadt). 1952 bis 1954 wurde sie Bühnen- und Kostümbildnerin an den Städtischen Bühnen in Lübeck und kehrte anschließend an das Landestheater Darmstadt zurück. Die Arbeit am Theater und die Beschäftigung mit der Bühnenarchitektur hatten großen Einfluss auf ihr künftiges künstlerisches Werk. 1959 zeigte sie Bilder aus Klebestreifen in einer Gruppenausstellung, 1961 folgte ihre erste Einzelausstellung bei Dorothea Loehr in Frankfurt. 1965 kam sie mit ihrem Mann nach New York und sah dort Ausstellungen des Minimalismus. Aus diesem gewann sie die Anregungen für ihr plastisches Werk. Charlotte Posenenske gab 1968 ihre künstlerische Arbeit auf, ähnlich wie ihr Kollege und späterer Galerist Konrad Fischer (siehe Zitat). Sie begann mit 38 Jahren ein Studium der Soziologie und war, nach ihrem Diplom, bis zu ihrem Tod im Jahre 1985 in sozialen Projekten tätig. Sie war mit dem Architekten Paul Friedrich Posenenske (1920–2004) verheiratet, nach 1968 lebte und arbeitete sie mit Burkhard Brunn, der auch ihren Nachlass verwaltet.


Charlotte Posenenske war eine bedeutende Künstlerin der 1960er Jahre, die mit ihren minimalistischen Arbeiten, Objekten und Skulpturen Einfluss auf die deutsche Kunst der 1970er Jahre hatte. Ihre künstlerische Entwicklung begann Ende der 1950er Jahre mit Gemälden, die einen Reliefcharakter hatten. Es waren mit Öl- oder Acrylfarbe gespachtelte Bilder auf Papier oder Hartfaserplatte. Ab 1965 griffen ihre Plastischen Bilder, mit grau gespritztem Alublech gefertigt, bereits in den Raum hinein, ab 1966 folgten ihnen plastischen Arbeiten. Ihr plastisches Hauptwerk entstand in den nur zwei Jahren bis 1968.


Posenenske fertigte ihre Raumskulpturen mit scheinbar industriell hergestellten Elementen, wie Winkelblechen, Wellpappe, Vierkantrohren und Spanplatten, die sich meist variabel gestalten ließen und jede künstlerische Subjektivität ausblendeten. So ähnelt ihr Objekt „Vierkantrohr Serie DM, 1967“ (Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main), bestehend aus drei gleichen Sätzen zu je vier Elementen, der Lüftungsanlage einer Produktionshalle, die an Falzen verschraubt, beliebig variiert werden können. Ihr Anliegen war es, das traditionelle, autonome Kunstwerk durch ein industrielles Artefakt zu ersetzen, das sich in großer Auflage günstig herstellen ließ. Es sollte allein durch die Herauslösung aus seiner unmittelbaren, alltäglichen Funktion als ein ästhetischer Gegenstand erkennbar sein.


Auch ihr Objekt „Drehflügel“, 1967/68, (Sammlung Brunn) – ihr letztes Werk als Künstlerin – ist mit einfachen Mitteln wie Blechplatten, Rohren und Spanplatten hergestellt. Sechs große, völlig plane Türflügel sind auf einer quadratischen 2 × 2 m großen Bodenplatte in Achsen beweglich gelagert und können vom Betrachtenden, dem „Konsumenten“, in ihrer Stellung sowohl zu einem geschlossenen Raum bis hin zu einem Flügelobjekt, beliebig verändert werden. „Die Objekte Posenenskes formulieren in symbolischer Weise einen demokratischen Kunstanspruch und gewinnen für den Bereich der bildenden Kunst teilweise wieder gesellschaftliche Funktionen zurück, die bereits vor dem Entstehen der modernen Kunst weitgehend verloren gegangen waren.“ (Rudolf Lauter)

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