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Otto Freundlich

Otto Freundlich

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Otto Freundlich (* 10. Juli 1878 in Stolp, Pommern; † vermutlich 9./10. März 1943 im KZ Lublin-Majdanek oder Sobibor) war ein deutscher Maler und Bildhauer sowie Autor kunsttheoretisch-philosophischer Schriften. Freundlich war einer der ersten Vertreter der abstrakten Kunst. Er lebte seit 1908 mit einer Unterbrechung in Frankreich und wurde nach einer Denunziation als Jude 1943 in ein Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.


Otto Freundlich wurde 1878 als Sohn des Speditionsinhabers Emil Freundlich geboren. Von 1888 bis 1892 besuchte er das Gymnasium, brach jedoch vorzeitig ab. Nach einer kaufmännischen Lehre und einer Beschäftigung im Holzhandel seines Bruders in Hamburg holte er bis 1901 das Abitur nach.


Freundlich begann zunächst ein Zahnmedizinistudium, dann ab 1902 für drei Semester ein Studium der Kunstgeschichte, unter anderem bei Heinrich Wölfflin, hörte Musiktheorie und Philosophie in München und Berlin und veröffentlichte erste Aufsätze in Zeitschriften. Während einer Studienreise nach Florenz im Winter 1906/1907 erkannte er die Bildhauerei und Malerei als seine stärksten Begabungen und nahm ab 1907 privaten Kunstunterricht in Berlin bei Lothar von Kunowski und Lovis Corinth (1907–1908). Er studierte Bildhauerei bei Arthur Lewin-Funcke.


1908 ging er nach Paris und wohnte am Montmartre im Bateau-Lavoir unter einem Dach mit dem damals jungen Pablo Picasso, mit Georges Braque und anderen. Hier fand er zu seinem persönlichen „figural – konstruktivistischen Stil symbolistischer Prägung“. Er beteiligte sich an Ausstellungen, etwa der Berliner Secession 1909 und 1910, der Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln. Im Jahr 1911 entstanden seine ersten abstrakten Kompositionen. 1913 war er bei der Ausstellung Erster Deutscher Herbstsalon vertreten. Im Frühjahr 1914 bezog er ein Atelier im Nordturm der Kathedrale von Chartres, wo er die mittelalterliche Glasmalerei studierte.


Freundlich kehrte kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges nach Deutschland zurück und wurde Sanitätssoldat bei den Köln-Deutzer Kürassieren. 1916/17 schloss er sich der Antikriegs-Bewegung an. Er bezog im Kölner Gereonshaus mit Hanns Bolz ein Gemeinschaftsatelier. Beide verband eine enge Freundschaft aus Pariser Zeiten. Im Frühjahr 1918 wurde er wegen Schwerhörigkeit aus dem Kriegsdienst entlassen. Nach der Revolution 1918 gehörte Freundlich zu den Gründungsmitgliedern der Novembergruppe. Er arbeitete im Berliner Arbeitsrat für Kunst und war Mitglied im Deutschen Werkbund. 1919 organisierte er die erste Kölner Dada-Ausstellung zusammen mit Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld. Walter Gropius' Versuch, Freundlich als Lehrer für das Bauhaus zu gewinnen, scheiterte am Widerstand der Fakultät.


1924 erfolgte der Umzug nach Paris. 1929 entstand der umfangreiche Text »Die Welt, die sich selbst schafft« und die Plastik Ascension in Gips. Freundlich war in der Pariser Zeit mehrfach an Ausstellungen beteiligt, sowohl in Paris, als auch in Zürich, Basel, Amsterdam und Köln. Ab 1930 war die deutsche Künstlerin Jeanne (Hannah) Kosnick-Kloss seine Lebensgefährtin. In dieser Zeit entwickelte er auch seine tektonisch aufgebaute Farbfeldmalerei. 1931 trat Freundlich in die neu gegründete Künstlerorganisation Abstraction-Création ein. 1934 entstand der Text »Die Wege der abstrakten Kunst«, 1935 »Bekenntnisse eines revolutionären Malers«. Mit seiner Lebensgefährtin wurde er Mitglied der Association des Ecrivains et Artistes Revoloutionnaires, betrieb mit ihr eine kleine Kunstschule („Le Mur“) und arbeitete mit ihr auch an gemeinsamen Werken.


In der Zeit des Nationalsozialismus galt Freundlich als „entarteter Künstler“, seine Werke wurden in Deutschland aus den Museen entfernt, seine Plastik Großer Kopf wurde Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“. (siehe Abschnitt Großer Kopf / Der neue Mensch).

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