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Marsden Hartley

Marsden Hartley

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Marsden Hartley (eigentlich Edmund Hartley; * 4. Januar 1877 in Lewiston, Maine; † 2. September 1943 in Ellsworth, Maine) war ein US-amerikanischer Maler. Er gilt als einer der profiliertesten Maler der klassischen Moderne in den Vereinigten Staaten.


Edmund Hartley stammte aus einer Kleinstadt in dem Neuenglandstaat Maine. Er war der einzige Junge einer neunköpfigen Familie. Mit 13 Jahren malte er Objekte aus der Natur ab, als er einem ortsansässigen Naturforscher aushalf, die einheimischen Schmetterlinge, Insekten und Blumen der Umgebung zu dokumentieren. 1896 begann er einen Kunstkurs in Cleveland, schrieb sich im selben Jahr an der Cleveland School of Arts ein und erhielt 1899 ein Stipendium für ein fünfjähriges Kunststudium in New York, wo er an der Chase School und an der National Academy of Design studierte. An der National Academy of Design besuchte er die Meisterklasse bei William Merritt Chase. In dieser Zeit studierte er eine Technik, die „Segantini stitch“ (Segantini-Masche) hieß, wobei reine Farbe nebeneinander in langen, breiten Strichen auf die Leinwand gebracht wurde. 1906, wieder zurück in seiner Heimatstadt Lewiston, übernahm er den Geburtsnamen seiner Stiefmutter „Marsden“ als Vornamen. 1909 traf er Alfred Stieglitz, der noch im selben Jahr Hartleys erste Einzelausstellung in dessen New Yorker Galerie 291 eröffnete. Als sich ihm durch die Großzügigkeit von Stieglitz die Chance bot, querte er im April 1912 den Atlantik und blieb einige Jahre in Europa.


Zunächst ging er nach Paris, wo er im Kreis seiner Mäzenin Gertrude Stein verkehrte. Hier lernte er den Bildhauer Arnold Rönnebeck und dessen Cousin, den deutschen Offizier Karl von Freyburg, kennen und, nach einem kurzen Besuch im Januar 1913, entschied er sich, etwas länger in Berlin zu bleiben, zog im Mai 1913 mit Freyburg in die Metropole und lebte dort bis zum Dezember 1915. Hartley wandte sich von seinem bisher gepflegten Stil der Landschafts- und Stillleben-Malerei ab, er knüpfte Kontakte zur deutschen Avantgarde und pflegte besonders intensiven Austausch mit Wassily Kandinsky und Franz Marc, deren künstlerisches Schaffen, neben Kubismus und Orphismus, für Hartleys Arbeit bestimmend wurde.


Es entstand eine Reihe von Gemälden, die zuerst von Hartleys Förderer Alfred Stieglitz in seiner New Yorker Galerie 291 gezeigt wurde und heute als Ikonen der amerikanischen Avantgarde gelten. In ihnen malte Hartley sowohl figurative (The Warriors. 1913) wie zunehmend abstrakte Darstellungen des preußischen Militärs, das er als Ausdruck kraftvoller Maskulinität tief bewunderte. Georgia O’Keeffe hingegen fand, die Bilder seien in Komposition und Farben viel zu laut, wie eine Blaskapelle in einem kleinen Wandschrank. Den Kriegstod seines Freundes Karl von Freyburg am 7. Oktober 1914, mit dem er eine erotische Beziehung hatte, verarbeitete Hartley in einer Reihe von zwölf symbolischen Gemälden.


Er wurde durch die Kriegsereignisse zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten gezwungen und ging in seine Heimatstadt zurück, um dort die „Regionalgröße“ unter den Bildenden Künstlern in Maine zu werden und eine eigenständige originär US-amerikanische Malerei hervorzubringen. Das Spätwerk zeichnet sich vor allem durch Landschaften, Seestücke und Genrebilder aus, denen eine expressiv-konturierte Farbigkeit zu eigen ist.


Marsden Hartleys Dichtung und Malerei wurden von der Kunstgeschichte vor allem als Teil der Avantgarde und als modernistisch verstanden, in letzter Zeit betonte Donna M. Cassidy den Zusammenhang von Hartleys Werk mit dem amerikanischen Regionalismus (Grant Wood, Thomas Benton).

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