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Musik im Tuileriengarten

Édouard Manet

Musik im Tuileriengarten

Édouard Manet
  • Datum: 1862; Paris, France  
  • Stilrichtung: Impressionismus
  • Genres: Genremalerei
  • Medium: Öl, canvas
  • Abmessungen: 76,2 x 118,1 cm
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Musik im Tuileriengarten ist ein Gemälde des französischen Malers Édouard Manet. Das 1,18 × 0,76 Meter große Bild entstand 1862. Das Gemälde ist im gemeinschaftlichen Besitz der National Gallery in London und Dublin City Gallery The Hugh Lane und wird abwechselnd in beiden Museen ausgestellt.


So lautete die Kritik anlässlich der Ausstellung des Bildes am 1. März 1863 in der Galerie Martinet am Boulevard des Italiens. Das Publikum war mit dieser neuen und sehr unkonventionellen Maltechnik völlig überfordert. Der Schriftsteller Émile Zola erinnerte sich sogar an einen Besucher, der mit Gewalt gedroht hatte, sollte dieser Schandfleck nicht aus der Ausstellung verschwinden. Zola schreibt weiter:


Zola empfiehlt dem Betrachter sich auf eine „respektvolle Distanz“ zum Bild zu begeben, dann werde er auch etwas erkennen können. Dem Publikum war aber weder an respektvoller Distanz noch an Respekt überhaupt gelegen. Das Gemälde blieb 20 Jahre lang unverkäuflich.


Zolas Tipp ist teilweise richtig: Auf eine bestimmte Entfernung klären sich diejenigen Details des Bildes, die scharf umrissen sind - vor allem die Figuren männlicher Flaneure und weiblicher Flaneusen auf dem linken Bildflügel, des stehenden Flaneurs über dem aufgespannten Sonnenschirm und des in seinem Rücken nach rechts gewendeten Mannes, der den Hut lüftet. Die Dame gegenüber dem stehenden Flaneur allerdings und die von beiden Figuren zwickelartig gerahmte Bildmitte sind eklatant unscharf gehalten und offenbar absichtlich, weil vom oberen Bildrand her ein Stück blauen Himmels wie ein Richtungspfeil auf diese Bildvertikale weist. Die hier zu sehenden gelben und grauen Farbflecken stellen sich aus der Entfernung betrachtet so wenig plastisch dar wie einige Figuren auf dem rechten Bildflügel, die der Maler, in einem sprunghaften Wechsel von Schärfe zu Unschärfe im selben Bildsegment, lediglich skizziert. Dargestellt ist eine Szene aus dem berühmten Tuileriengarten in Paris. Manet hatte dort viele Sommernachmittage verbracht und unter den neugierigen Blicken der Spaziergänger erste Skizzen angefertigt. Dieses Gemälde vollendete er allerdings in seinem Atelier. Die Stühle im Vordergrund des Bildes sind authentisch, im Sommer 1862 wurden nämlich alle Holzstühle des Gartens durch eben solche Eisenstühle ausgewechselt, wie sie besonders deutlich rechts vorne im Bild zu sehen sind. Außerdem hat Manet in dem Bild einige bekannte Gesichter versteckt: Freunde, Bekannte, Kritiker und Meinungsmacher. Augenfällig ist der Flaneur in der Bildmitte mit der weißen Hose, der sich nach links wendet: Es ist Manets Bruder Eugène. Direkt hinter ihm vor dem Baum befindet sich das Porträt des Komponisten Jacques Offenbach, es wirkt wie eine Karikatur. Sich selbst hat Manet, vom linken Bildrand überschnitten, neben seinem früheren Ateliergenossen, dem Maler Albert de Balleroy stehend porträtiert. Wendet man den Blick von den zwei Malern etwas nach rechts, sind weitere Gesichter zu erkennen: Die sitzende männliche Person, deren Gesicht neben einem spitzen gelben Hut erscheint, ist der Journalist Zacharie Astruc, hinter ihm stehend der Mann mit dem Schnauzbart sein Kollege Aurélien Scholl. Bei dem etwas weiter rechts stehenden Mann, der den Betrachter anzuschauen scheint, handelt es sich um den Maler Henri Fantin-Latour. Weitaus undeutlicher, aber von Kennern identifiziert, ist die Personengruppe, die sich direkt über den gelb gewandeten Damen befinde. Diese Gruppe ist mit der schwarzen Baumbahn verknüpft, die den linken Bildflügel symbolisch zentriert. Zu sehen sind das Profil des Dichters und Kunstkritikers Charles Baudelaire, dicht neben ihm das Dreiviertelporträt des Dichters Kunstkritikers Théophile Gautier, der sich gegen den Baumstamm zu lehnen scheint, und beiden gegenüber die Profilfigur des Museumsbeamten Baron Isidor Taylor. Über diese Dreiergruppe erschließt sich das ästhetische Programm des Bildes, das erstmals der schwedische Kunsthistoriker Nils Gösta Sandblad erkannte.

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