{{selectedLanguage.Name}}
eintragen austragen
×

Un atelier aux Batignolles

Henri Fantin-Latour

Un atelier aux Batignolles

Henri Fantin-Latour
  • Datum: 1870
  • Stilrichtung: Realismus
  • Genres: Portrait
  • Medium: Öl, canvas
  • Abmessungen: 204 x 273,5 cm
  • Bestellen Sie Henri Fantin-Latour Ölgemälde Reproduktion
    Bestellung
    Reproduktion

Das 1870 entstandene Gemälde Un atelier aux Batignolles gehört zu einer Reihe von Gruppenporträts, die Henri Fantin-Latour von befreundeten Künstlern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen hat. Das 204 × 273,5 cm große Bild zeigt den Maler Édouard Manet, umgeben von Kollegen und Bewunderern, in einem Atelier im Künstlerviertel Quartier des Batignolles. Das Gemälde gehört heute zur Sammlung des Musée d’Orsay.


In einem Innenraum befindet sich eine Gruppe von Männern mittleren Alters. In der Bildmitte sitzt vor einer Staffelei ein Mann mit Palette in der linken und Pinsel in der rechten Hand. Während der Mann frontal dargestellt ist, ist von der Leinwand, an der er den Pinsel anlegt, nur die Rückseite zu sehen. Der Mann betrachtet den neben ihm sitzenden Mann, welchen er zu porträtieren scheint. Dieser richtet seinen Blick unterdessen auf das entstehende Gemälde. Hinter diesen beiden sitzenden Personen stehen sechs weitere Männer. Diese betrachten teilweise ebenfalls das Gemälde, teils schauen sie in den Raum. Alle Männer tragen dunkle Anzüge, nur der Mann an der Staffelei trägt eine helle Hose, welches seine besondere Rolle unterstreicht. Vom Innenraum sind neben dem hellen Fußboden nur die dunkle Rückwand und die ebenfalls dunkle linke Wand zu sehen. Die Decke, eine Tür oder ein Fenster fehlen. An der Rückwand hängt ein leerer Bilderrahmen. An der linken Wand befindet sich ein gerahmtes Gemälde, von dem jedoch nur der rechte untere Bildrand zu sehen und dessen Motiv nicht zu erkennen ist. Unter diesem Gemälde steht an der Wand eine Anrichte, über die ein rotes Tuch gedeckt ist, das fast bis auf den Boden reicht. Auf dieser Anrichte befindet sich eine antike Figur (Athena?), ein dunkles Gefäß (eine japanische Lackarbeit?) und ein weiterer nicht deutlich zu erkennender Gegenstand. Der Raum wird nicht durch Tageslicht beleuchtet. Ein künstliches Licht richtet seinen Schein von rechts oben auf den malenden Mann in der Bildmitte. Neben Schwarz und Weiß sowie dem Rot der Decke ist das Bild überwiegend in Brauntönen gehalten. Die stehenden Personen, die verschiedenen Bilderrahmen, die Staffelei und die Ränder der Anrichte ergeben in ihren Linienverlängerungen ein vertikales und senkrechtes Gitternetz.


An der Staffelei sitzt der Maler Édouard Manet. Ihn hatte Henri Fantin-Latour bereits 1867 mit Zylinder und Gehstock in der Art eines vornehmen Bürgers porträtiert. Neben Manet sitzt der Kunstkritiker, Journalist, Dichter, Komponist, Maler und Bildhauer Zacharie Astruc. Astruc war einer der ersten Verteidiger der Kunst Manets. Das Porträt, welches Manet von ihm in diesem Gemälde zu malen scheint, entstand bereits 1866 und befindet sich heute in der Kunsthalle Bremen. Hinter den beiden stehen von links nach rechts die Maler Otto Scholderer und Pierre-Auguste Renoir, der Kunstkritiker und Schriftsteller Émile Zola, Renoirs Freund und Förderer Edmond Maître (1840–1898) sowie die Maler Frédéric Bazille und Claude Monet.


Das Pariser Stadtviertel Batignolles entwickelte sich in den 1860er Jahren zu einem bei Künstlern beliebten Wohn- und Arbeitsort. Neben Fantin-Latour hatten auch die anderen dargestellten Maler ihre Ateliers in diesem Viertel. Das im selben Jahr entstandene Bild Das Atelier in der Rue La Condamine von Frédéric Bazille zeigt eine realistische Wiedergabe seines Arbeitsplatzes, den er von 1868 bis 1870 mit Renoir teilte. Der gemeinsame Treffpunkt der Dargestellten war hingegen weniger ein Atelier, sondern das nahe gelegene Café Guerbois. Hier fanden heftige Diskussionen über die Erneuerung der Malerei in Abgrenzung zur akademischen Malerei statt. Der scharfzüngige Manet galt Kritikern als der Anführer einer neuen Schule in der Malerei. In Anlehnung an die Schule von Barbizon entstand so für die Gruppe junger Maler auch die Bezeichnung Schule von Batignolles. Die sich in den 1860ern entwickelnde Neue Malerei erhielt erst in den 1870ern die Bezeichnung Impressionismus.

Dies ist ein Teil des Wikipedia-Artikels, der unter CC-BY-SA-Lizenz verwendet wird. Der vollständige Text des Artikels ist hier →


More ...