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Sodoma

Giovanni Antonio Bazzi

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Sodoma (* 1477 in Vercelli, Piemont; † 15. Februar 1549 in Siena; eigentlich Giovanni Antonio Bazzi) war ein italienischer Maler.


Sein Vater war der Schuhmacher Giacomo Bazzi aus Brissago TI, seine Mutter war Angelina di Niccolò da Bergamo. 1490 wurde Sodoma von seinem Vater beim damals in Vercelli führenden Meister Martino Spanzotti, genannt Martino di Casale, für sieben Jahre in die Lehre gegeben. Nach dem Ende seiner Ausbildung ging Bazzi zunächst 1498 nach Mailand, wo Leonardo da Vinci gerade sein Seccogemälde Das Abendmahl vollendet hatte. Ob Sodoma jemals persönlich mit da Vinci zusammentraf, ist nicht gesichert. Jedenfalls war er von dessen Stil stark beeinflusst.


Die Kaufleute Spannocchi luden Bazzi 1499 nach Siena ein, das fortan zur Wahlheimat von Sodoma wurde. Dank der hervorragenden geschäftlichen und familiären Verbindungen des Handelshauses Spannocchi bekam Bazzi schnell Aufträge aus den höchsten Kreisen der Stadt. Prägend für das weitere Schaffen von Sodoma sollten die farbenprächtigen, großformatigen Fresken werden, die sein Kollege Pinturicchio ab dem Frühjahr 1503 im Auftrag des Kardinals und späteren Papsts Francesco Piccolomini in der Libreria von Siena malte. Im kleinen Kloster Santa Anna in Creta bei Pienza versuchte sich Sodoma ab Ende 1503 an seinem ersten umfangreicheren Fresko (Das Wunder der fünf Brote und zwei Fische).


Im wesentlich reicheren Benediktiner-Kloster Monte Oliveto Maggiore, etwa 35 Kilometer südöstlich von Siena, hatte der Maler Luca Signorelli einen Großauftrag für einen Freskenzyklus im Kreuzgang über das Leben des Hl. Benedikt vorzeitig abbrechen müssen, da er nach Siena zurückgerufen worden war. Die Mönche waren folglich auf der Suche nach einem Vollender der Arbeit. Sodoma wandte sich an den Generaloberen der Benediktiner, Domencio da Leccio, einem lombardischen Landsmann, und erhielt den Auftrag. 1505/06 malte Bazzi 26 der insgesamt 35 großformatigen Szenen aus dem Leben des Hl. Benedikt, die wegen ihrer üppigen Farbigkeit und des teils drastischen Realismus bis heute eine Touristenattraktion sind. Auf dem dritten Fresko der chronologischen Reihenfolge hat sich Sodoma selbst porträtiert, als ausgesprochen vornehmer Edelmann mit Dachsen und anderen Tieren zu seinen Füßen, was als Ironie oder Exaltiertheit interpretiert wurde. Bazzi arbeitete im Vergleich zu anderen Künstlern seiner Zeit „blitzschnell“, impulsiv und virtuos – mühselige Detailarbeit liebte er nicht: „Giovannantonio verfuhr mit unglaublicher Kühnheit bei seiner Freskenmalerei. Sehr selten nur ritzte er die Contouren nach dem Carton vor, und selbst wo er dies tat, richtete er sich nie gern darnach. Frei, wie seine Hand ging, schuf er bei der Ausführung seine Gestalten von Neuem.“


Für die Kirche San Francesco in Siena malte Sodoma eine berühmt gewordene Kreuzabnahme. Einer der reichsten und angesehensten Männer Italiens, Agostino Chigi, Schatzmeister der Päpste und Kunstmäzen, holte Bazzi schließlich 1507 nach Rom, wo im selben Jahr am 15. April der Grundstein für den neuen Petersdom gelegt wurde und die Künstlerszene in voller Blüte stand. In der Stanza della Segnatura entwarf Sodoma ein Deckengemälde, das später in veränderter Form von Raffael ausgeführt wurde. Im Palast der Konservatoren führte Bazzi vier, heute weitgehend zerstörte, Fresken mit antiken Motiven aus.


Mit den prominentesten Malern der Zeit, Michelangelo und Raffael, scheint Sodoma keinen Kontakt gesucht zu haben. Eine Freundschaft pflegte er dagegen bis ins hohe Alter mit Pietro Aretino. Mangels anderer Aufträge in Rom kehrte Bazzi mit seinem Gönner Chigi 1509 zunächst nach Siena zurück, ging aber 1514 erneut nach Rom und malte in der Villa Farnesina seine berühmtesten Fresken: Alexander vor der Familie des Dareios und seine Vermählung mit Roxane, ein Bild, das durch Liebenswürdigkeit der Erfindung und Zartheit des Ausdrucks bezaubert. Damals erhob ihn Leo X. für ein Bild der Römerin Lucretia in den Ritterstand.

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