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Sherrie Levine

Sherrie Levine

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Sherrie Levine (* 17. April 1947 in Hazleton, Pennsylvania), ist eine US-amerikanische Fotografin und Konzeptkünstlerin, die der Appropriation-Art-Bewegung zugerechnet wird. Es gibt vergleichsweise wenige biographische Daten zu ihrer Person, da Levine sich nicht an der „Mythenbildung“ im Kunstbetrieb beteiligen möchte.


Levine wuchs in St. Louis auf und besuchte die University of Wisconsin, Madison. Dort legte sie 1969 ihren BA sowie 1973 ihren M.F.A. ab. Soweit bekannt, arbeitete sie danach lange Zeit als Fotografin und Fotodesignerin in der Werbebranche. 1975 zog sie nach New York City. Ende der 1970er Jahre trat sie mit ersten künstlerischen Arbeiten hervor, u. a. mit Collagen, die Levines Aussage nach im damaligen Kontext der Correctness und einer feministischen Kunst-Strategie standen. 1981 hatte sie dann zusammen mit anderen Künstlern eine erste vielbeachtete Ausstellung: sie zeigte Fotografien der bekannten Depressionszeit-Fotografien von Walker Evans, direkt abgelichtet aus Kunstkatalogen.


Kritiker machten schon bei Levines Bilderserie „After Walker Evans“ einen Kommentar zum Ableben der modernen Kunst, eine Infragestellung von Autonomie und Authentizität des Kunstwerks aus. Diverse poststrukturalistische Erklärungen zum Werk wurden nachgereicht, mitunter auch von der Künstlerin selbst. Das Kunstwerk war nun auch in den Galerien explizit im „Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (Walter Benjamin) angekommen; Freibeuterei nur wenige Jahre, nachdem der Kunstmarkt Originalabzüge großer Fotografen als Handelsware akzeptiert hatte? Ging es um eine Negation des Warencharakters in Kunstbetrieb und restlicher Welt? Levine im Rückblick: „Meine Arbeiten sollten nie etwas anderes sein als Waren“. Das beruhigt einerseits und trifft auch zu: längst hängen die Arbeiten der Appropriation-Art selbst in den Museen. Andererseits muss man kritisch hinterfragen: ist ein solch offener Hinweis auf die Kommodifizierung von Kunst nicht anstößig und selbstzerstörerisch?


Levine: „Oft werden Kunstwerke durch Reproduktion und Ehrfurcht derart verdinglicht, das ihre Bedeutung im Schwulst untergeht. Bei Werken, die ursprünglich besonders leichtfüßig und rebellisch daher kamen, geraten solche Erscheinungen dann zur kompletten Ironie.“


Wenig Wunder, dass sich Sherrie Levine später weiteren vormals provokanten Momenten moderner Kunst widmete, etwa Duchamps frecher Geste des im Kunsttempel präsentierten Urinals. Levine zeigte eine Reproduktion dieser „Fountain“ in Form einer hochglanzpolierten Bronze.


Levine: „Es war immer meine Absicht, bei Kunstwerken den Aspekt der überzogenen Bedeutungszuschreibung zu betonen.“


Die Künstlerin präsentierte in den folgenden Jahren u. a. Zeichnungen nach de Kooning, Schiele und Malewitsch, sowie Aquarelle nach Mondrian, Matisse und El Lissitzky, durchgängig Werke männlicher Avantgardisten, „Heroischer Modernisten“ also.


Levine: „Wie die meisten Frauen bin auch ich es Leid, mich von Männern darstellen und repräsentieren zu lassen.“


Die postrukturalistischen Phrasen rund um die Appropriation-Kunst werden heute sparsamer gestreut als noch in den 1980er Jahren, Levine kommentiert ihre Werke inzwischen auch simpler: „Jeder halbwegs intelligente Betrachter versteht, dass das Bild eines Bildes ein sehr seltsames Ding ist. Natürlich gefällt so etwas nicht jedem... Ich mache meine Kunst nicht, um etwas zu beweisen oder eine Theorie zu demonstrieren.“


Levine will auch nicht mehr - falls sie es denn je plante - die Idee des künstlerischen Originalwerkes abschaffen, sondern die dank „Klassischer Moderne“ verengten Begriffe von Authentizität und Originalität wieder erweitern und zur Diskussion stellen.


Levine: „Ich versuche, mich nicht vom Original tyrannisieren zu lassen. Was mich wirklich interessiert, ist die Herstellung meiner Beziehung zum Bild.“

Dies ist ein Teil des Wikipedia-Artikels, der unter CC-BY-SA-Lizenz verwendet wird. Der vollständige Text des Artikels ist hier →


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