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Die Elster auf dem Galgen

Pieter Bruegel der Ältere

Die Elster auf dem Galgen

Pieter Bruegel der Ältere
  • Originaltitel: Ekster op de galg
  • Datum: 1568
  • Stilrichtung: Nördliche Renaissance
  • Periode: Brussels Period (1563-1569)
  • Genres: Genremalerei
  • Medium: Öl, panel
  • Abmessungen: 50,8 x 45,9 cm
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Die Elster auf dem Galgen ist ein Gemälde Pieter Bruegels des Älteren und entstand vermutlich 1568. Das 45,9 cm × 50,8 cm große Ölbild gehört zur Sammlung des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt.


Der Betrachter blickt von oben auf eine erhöhte Waldlichtung mit Galgen und tanzenden Bauern. Ein Dudelsackspieler musiziert, dahinter steigen Leute herauf und ganz vorne links verrichtet ein Mann seine Notdurft. Am Galgen sitzt eine Elster und eine zweite am Felsen daneben. In der rechten Bildhälfte im Vordergrund liegt ein Tierschädel, dahinter steht ein Kreuz und weiter unten eine Wassermühle. Dann öffnet sich der Blick in die Ferne auf einen gewundenen Fluss, Berge, eine Burg und eine Stadt.


Das auffälligste Element ist der Galgen, der das Bild in zwei gleiche Hälften teilt. Menschen finden sich nur in der linken Hälfte, die Elster am Galgenbalken sitzt genau in der Bildmitte. Der Vordergrund ist in dunklen Brauntönen gehalten, der Mittelgrund in Grün und der ferne Hintergrund in Blautönen. Damit erhöht der Maler den Eindruck der Tiefenwirkung. Diese wird durch die Farbdichte zusätzlich unterstützt. Markant sind die zwei ineinander verschlungen scheinenden Bäume in der linken Bildhälfte, ein Motiv wie es auch schon in Bruegels früher Zeichnung Waldlandschaft mit spielenden Bären (1554) erscheint.


Der Galgen ist eine sogenannte „unmögliche Figur“, die es in Wirklichkeit so nicht geben kann, denn die beiden Pfosten stehen nebeneinander, während der Balken mit der Elster von vorne nach hinten weist. Von diesem Hinrichtungsgerät droht also ganz offensichtlich keine Gefahr, was auch die ausgelassen tanzende Gesellschaft unterstreicht. Außerdem lässt sich der Mann in der linken unteren Ecke mit dem Sprichwort „an den Galgen scheißen“ verbinden, also mit der Missachtung von Tod und Obrigkeit.


Häufig für Bruegels Werke sind politische Interpretationen. So wird dieses Bild mit Herzog Alba (Álvarez de Toledo) in Verbindung gebracht, der 1567 in den Niederlanden eintraf. Im Auftrag Philipps II. sollte er als Generalstatthalter den religiösen und politischen Aufruhr niederschlagen. 1566 waren etwa in einem sechstägigen Bildersturm mehr als vierhundert Kirchen verwüstet worden. Demnach stünde der Galgen für die drohende Todesstrafe durch Hängen für Prädikanten, die Prediger der neuen evangelischen Lehre. Bruegels Bild Die Predigt Johannes des Täufers (1566) spielt wohl auf verbotene Gottesdienste unter freiem Himmel an, die sogenannten Heckenpredigten.


Gewöhnlich wird das Bild in das vorletzte Lebensjahr Bruegels datiert, vor allem wegen der als 1568 gelesenen Datierung. Nach seinem Biografen Carel van Mander habe er das Gemälde seiner Frau vermacht, mit der Bemerkung, die Elstern stünden für Klatschbasen, die er an den Galgen wünsche. Außerdem habe er von ihr eine Reihe allzu satirischer Zeichnungen verbrennen lassen, um seiner Familie nicht zu schaden, was ein Bezug zu Albas Regime wäre, das sich auf Denunziation stützte. Das kleine Format und die steile Überschaulandschaft lassen jedoch auch eine Einordnung in Bruegels Frühwerk der 1550er Jahre zu. Im späteren Werk verzichtete er oftmals auf die Überschaulandschaft und malte stattdessen eher großformatige Figuren, wie in der Bauernhochzeit, dem Hochzeittanz im Freien (1566) oder den Krüppeln von 1568.

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