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Die Bauernhochzeit

Pieter Bruegel der Ältere

Die Bauernhochzeit

Pieter Bruegel der Ältere
  • Originaltitel: Bauernhochzeit
  • Datum: 1568
  • Stilrichtung: Nördliche Renaissance
  • Periode: Brussels Period (1563-1569)
  • Genres: Genremalerei
  • Medium: Öl, panel
  • Abmessungen: 114 x 164 cm
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Die Bauernhochzeit (niederländisch De Boerenbruiloft) ist ein Gemälde des flämischen Malers Pieter Bruegel dem Älteren.


Das Bild ist eine realistische Darstellung einer bäuerlichen Hochzeitsgesellschaft in Flandern im ausgehenden 16. Jahrhundert. Im Gegensatz zu seiner Perspektive in früheren Werken verzichtet Bruegel hier auf die Übersicht, sondern zeigt das Geschehen direkt aus Augenhöhe. An der weiß gedeckten Tafel in einer großen Scheune herrscht lebhaftes Gedränge. Die Gäste sitzen auf derben Holzbänken ohne Lehne sowie auf einfachen Hockern. Auf der Strohwand hinter der Braut hängt ein grünes Tuch, auf dem die papierene Brautkrone befestigt ist. Sie sitzt alleine in der Mitte des Tisches, mit niedergeschlagenen Augen und gefalteten Händen. Sie darf weder essen noch sprechen. Der Bräutigam ist nicht zu bestimmen, aber sitzt entsprechend damaliger Sitte in jedem Fall nicht am Tisch. Er ist möglicherweise der Mann, der am linken Bildrand Hochzeitsbier in kleinere Krüge umfüllt, der aber wiederum auch ein Diener des Gutsherrn (rechts außen) sein kann.


Zwei Männer tragen auf einer Holztüre gefüllte, flache Breiteller heran. Der Vordere ist die am größten dimensionierte Figur und farblich mit der blauen Jacke kontrastierend gestaltet. Bei ihm treffen sich die Halbdiagonalen der vorderen Sitzreihen, die hinteren Stücke seiner Schürze zeigen die Mittelachse an. Der Zweite trägt einen Holzlöffel am Hut und ist so als Wanderarbeiter zu erkennen. Ein an der Stirnseite der Tafel sitzender Mann reicht die Teller an die Gäste weiter. Im hohen Lehnstuhl sitzt mit pelzverbrämter Jacke der Notar. Rechts davon erteilt ein Franziskaner dem mit gefalteten Händen vor ihm sitzenden Gutsherrn die Absolution, während dessen Hund unter dem Tisch hervorlugt. Für Musik sorgen zwei Sackpfeifer, von denen der eine sehnsüchtig nach dem Essen schaut. Im Vordergrund leckt ein Kind eine schon leergegessene Schüssel aus. Löffel waren damals rund (die heutige ovale Form kam erst viel später auf) und Messer galten als vielseitige Werkzeuge, auch das Kind im Vordergrund trägt eines davon.


Er ist mit der Braut gekommen lautet ein flämisches Sprichwort, wenn jemand nicht arbeitet, auch die Braut durfte an der Tafel keinerlei Tätigkeit verrichten und auch nicht essen und sprechen. Die Arbeit bleibt jedoch durch die Strohwand und die gekreuzten Garben mit Rechen gegenwärtig. Der Bräutigam fehlt, weil dieser traditionell bei der Hochzeitstafel nicht anwesend sein durfte. Die essenden und trinkenden Bauern mögen erheiternd wirken, es spricht jedoch einiges dafür, dass Bruegel durchaus ernste Absichten verfolgte. Ein beliebtes biblisches Motiv war etwa im 16. Jahrhundert die Hochzeit von Kana, bei der (nach Joh 2,1-12 EU) Jesus Wasser in Wein verwandelte. Bei solchen Darstellungen ist nicht nur stets eine Tafelgesellschaft zu sehen, sondern immer auch ein Mann der Krüge füllt – wie in Bruegels Bild links vorne. Außerdem war Spott vor allem in Drucken üblich.


1594 erwarb Erzherzog Ernst in Brüssel Die Bauernhochzeit. Später wanderte sie nach Prag in die Sammlung von Kaiser Rudolf II. Den Zweiten Weltkrieg überdauerte sie mit zahlreichen anderen Kunstobjekten in einem Salzstollen in Altaussee. Danach gelangte sie im Oktober 1945 wieder zurück nach Wien. Heute befindet sich das Gemälde im Kunsthistorischen Museum in Wien, Saal 10, gemeinsam mit dem Großen Turmbau zu Babel, den Kinderspielen und dem Kampf zwischen Karneval und Fasten. Das Bild wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt unten beschnitten und später wieder ergänzt.

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