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Die Geißelung Christi

Piero della Francesca

Die Geißelung Christi

Piero della Francesca
  • Datum: c.1445 - 1450
  • Stilrichtung: Frührenaissance
  • Genres: religiöses Gemälde
  • Medium: panel, Tempera
  • Abmessungen: 59 x 81,3 cm
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Die Geißelung Christi ist ein Öl-Tempera Gemälde Piero della Francescas. Das 59 x 81 cm messende Tafelbild ist ein frühes Beispiel konsequent angewandter Zentralperspektive und gehört zur Sammlung der Galleria Nazionale della Marche in Urbino. Der genaue Entstehungszeitpunkt und die Bedeutung des Bildes sind umstritten.


Das Bild wird zum ersten Mal 1744 in einem Inventar der alten Sakristei des Urbiner Doms erwähnt, wo es als „Geißelung Unseres Herrn an einer Säule von Pietro Dall'Borgo, während die Herzöge Oddo Antonio, Federico und Guid'Ubaldo beiseite stehen“ von dem Erzpriester Ubaldo Tosi aufgelistet wird.
Johann David Passavant, ein deutscher Kunsthistoriker, hat 1839 das Bild gesehen und wahrscheinlich auf dem Rahmen des Bildes die Inschrift CONVENERUNT IN UNUM vorgefunden. Nach Angaben von Crowe und Cavalcaselle waren Inschrift und Rahmen 1864 verschwunden.
1916 wurde das Bild aus der Sakristei des Domes in den Palazzo Ducale gebracht, wo es bis heute aufbewahrt wird.


Im 19. Jahrhundert wurde das Bild restauriert, wobei drei große Risse auf der Oberfläche entstanden sind, die bei einer weiteren Restaurierung Anfang der 1950er Jahre durch das Istituto Centrale del Restauro in Rom beseitigt worden sind. Eine weitere Restaurierung erfolgte 1968 durch dasselbe Institut.
Aufsehen erregte ein Diebstahl Anfang Februar 1975 - das Gemälde sollte versteigert werden -, wurde jedoch am 23. März in einem Hotel im Locarno wiedergefunden.


Thema des Bildes ist die Geißelung Christi vor den Augen des römischen Statthalters Pontius Pilatus. Der Statthalter, gekleidet in die Amtstracht eines byzantinischen Würdenträgers, schaut von seinem Thron aus der Geisselung zu, die von zwei Folterknechten in Anwesenheit eines orientalisch gekleideten Mannes mit Turban vollzogen wird. Das Ereignis findet im Hintergrund des Bildes in einer Säulenhalle statt, aus der eine Treppe in ein oberes Geschoss führt. Auf der rechten Bildhälfte stehen im Vordergrund drei Männer wie in einem Gespräch zusammen, deren Blicke jedoch aneinander vorbeigehen. Ein barfüßiger, in eine rote Tunika gekleideter blonder Jüngling schaut mit melancholischem Blick am Betrachter vorbei in die Ferne. Der in orientalische Gewänder gekleideter Mann mittleren Alters an seiner rechten Seite hat die linke Hand in einem Redegestus erhoben, auch sein Blick geht an seinem Gegenüber vorbei. Dieser Dritte in der Gruppe, der vollständig im Profil dargestellt ist, trägt einen kostbaren Mantel aus blauem Goldbrokat, eine schmale hellrote Schärpe liegt kaum sichtbar über seiner rechten Schulter. Die drei stehen zusammen in einem Hof, der von der offenen Gerichtsloggia, einer Renaissancearchitektur aus Palast und Turm und hinter ihnen durch eine Mauer zum Garten umschlossen wird. Hinter der Mauer ragen Bäume in einen pastellblauen Himmel.


Das Bild ist vollkommen nach den Gesetzen der in der Renaissance entdeckten Zentralperspektive durchkonstruiert, während Lichteffekte und detaillierte Oberflächenbehandlung den Einfluss flämischer Malerei erkennen lassen.


Das Bild ist auf dem Thronsockel mit der Inschrift OPUS PETRI DE BORGO SANCTI SEPULCRI (= Werk des Petrus aus Borgo San Sepolcro) in römischen Versalien signiert.


"Die Geißelung Christi" gehört in die stattliche Reihe rätselhafter Bilder der italienischen Renaissance, die sich bis heute einer umfassenden und schlüssigen Deutung entzogen haben. Es ist auf unterschiedlichste Weise interpretiert worden, hat aber bisher keine gültige und in allen Aspekten befriedigende Deutung erfahren. Die Rätselhaftigkeit des Bildes dürfte eine Ursache der ungebrochenen Faszination sein, die es immer wieder neu auf Historiker und Kunsthistoriker ausübt und die zu weit auseinanderliegenden Theorien über den Bildinhalt, über Funktion und Auftraggeber und über vermutete dynastische, politische oder kirchenhistorische Hintergründe geführt hat.
Die amerikanische Kunsthistorikerin Marilyn Lavin listet in ihrer 2002 erschienenen Monographie allein 35 unterschiedliche Deutungsvorschläge auf, die zudem größtenteils einander ausschließen.
Über das Bild existieren, außer dem Namen des Autors auf dem Bild selbst, so gut wie keine Quellen und Belege, trotzdem gibt es nur wenige Kunstwerke des Abendlandes, über die mehr geforscht, diskutiert und publiziert worden ist.

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