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Petrus Christus

Petrus Christus

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Petrus Christus (* um 1410/1420 in Baarle; † 1475/76 in Brügge) war ein flämischer Maler, der sich 1444 in Brügge in die Tradition des Jan van Eyck stellte.


Petrus Christus erwarb 1444 in Brügge das Bürgerrecht und eröffnete dort eine eigene Werkstatt als Maler und erlangte spätestens in den 1460er Jahren hohes soziales Ansehen. Er starb in Brügge nach neueren Forschungen zwischen dem 2. September 1475 und dem 19. Dezember 1476.


Petrus Christus war durch die Kunst Jan van Eycks geprägt, dessen Stil er mit Einflüssen von Rogier van der Weyden und Robert Campin kombinierte. Er wird aber heute nicht mehr zu den direkten Schülern van Eycks gerechnet. Eher unwahrscheinlich ist auch, dass er nach dem Tod van Eycks 1441 direkt dessen Werkstatt übernahm und weiterführte. Jedenfalls malte er in Anlehnung an dessen Stil, so dass seine Werke früher oft dem älteren Künstler zugeschrieben wurden. Auf diese Weise übte Christus maßgeblichen Einfluss auf andere Meister der Brügger Malschule um die Mitte des 15. Jahrhunderts aus wie Dierick Bouts und Geertgen tot sint Jans. Zusammen mit Hans Memling prägte er über längere Zeit die Malerei in dem wichtigen Kunstzentrum Brügge.


Es ist nicht sicher geklärt, ob Christus nach Italien gereist ist und Stilelemente und technische Errungenschaften der nordeuropäischen Maler direkt an Antonello da Messina und andere italienische Künstler vermittelte, wie immer wieder angenommen wird. Es ist aber bekannt, dass seine Bilder von Italienern geschätzt und gekauft wurden. In seinem Werk gibt es wiederum aus Italien stammende Motive und künstlerische Konzepte wie die konsequente Anwendung der Linearperspektive. Christus' Maria mit dem Kind mit den Heiligen Franziskus und Hieronymus von 1457 in Frankfurt gehört zu den frühesten bekannten Gemälden aus den Niederlanden, die eine strenge Linearperspektive mit einem Fluchtpunkt anwenden. Ein Dokument, das die Anwesenheit eines "Piero da Bruggia" (Petrus aus Brügge?) in Mailand bezeugt, lässt vermuten, dass er diese Stadt zur gleichen Zeit wie Antonello besucht hat.


In seinen religiösen Gemälden wird er weniger als van Eyck geschätzt; seine Porträts dagegen, die von statischer Nüchternheit gekennzeichnet sind, erzielen durch die Konzentration auf wenige, besonders scharfkantige mimische Details eine starke körperliche Wirkung und sind voll Charakter und Leben. Der Hintergrund der Porträts ist reduziert, aber konkret-räumlich und nicht länger undefiniert. Petrus Christus war einer der ersten flämischen Maler, der sich intensiv mit der Porträtmalerei befasste. Eines seiner Hauptwerke ist das Bildnis einer jungen Dame, das heute in der Gemäldegalerie Berlin hängt.


Nur sechs seiner Werke lassen sich durch Signatur (Petrus XRI) sicher zuweisen, die übrigen Bilder sind erschlossen.

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