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Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker (* 8. Februar 1876 in Dresden-Friedrichstadt als Minna Hermine Paula Becker; † 20. November 1907 in Worpswede) war eine deutsche Malerin und eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. In den knapp 14 Jahren, in denen sie künstlerisch tätig war, schuf sie 750 Gemälde, etwa 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen, die die bedeutendsten Aspekte der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in sich vereinen.


Paula Becker war das dritte Kind von insgesamt sieben Geschwistern. Ihr Vater war der Ingenieur Carl Woldemar Becker (* 31. Januar 1841 in Odessa; † 30. November 1901 in Bremen). Paulas Mutter Mathilde (* 3. November 1852, Lübeck; † 22. Januar 1926, Bremen) entstammte der thüringischen Adelsfamilie von Bültzingslöwen. Die Eltern von Paula Becker heirateten im Jahr 1871 in Chemnitz. Carl Woldemar Becker hatte am Dresdener Polytechnikum sein Ingenieurstudium beendet und war dann von 1872 bis 1873 als Eisenbahningenieur in einem dort ansässigen Ingenieurbüro tätig. In Dresden arbeitete der Vater als Bau- und Betriebsinspektor bei der Berlin-Dresdner Bahn, später in Bremen war er als Baurat der Preußischen Eisenbahnverwaltung tätig.


Nach dem Tod der Mutter lebten Carl Woldemar und sein Bruder Oskar, der 1861 ein Attentat auf den preußischen König Wilhelm verüben sollte, am Anfang der 1850er Jahre in Dresden (Sachsen). Weitere Familienangehörige kamen hinzu und wurden ebenfalls in Dresden heimisch, so etwa Paul Adam von Becker seit 1863 mit seiner dritten Frau Bianca Constanze Charlotte Alexandrine Becker, geborene von Douallier (* 22. August 1833 Kassel; † 13. Dezember 1909 Dresden), und ihrer Tochter der Cousine Friederike Wilhelmine Becker (genannt „Tante Minna/Minchen“) (* 19. Mai 1859 in Odessa), dann Woldemars vier jüngere Halbgeschwister sowie von Seiten seiner Ehefrau Mathilde von Bültzingslöwen fünf Geschwister.


Paula ist im Taufregister der evangelisch-lutherischen Matthäuskirche in Dresden-Friedrichstadt für das Jahr 1876 unter Nummer 96 als „Minna Hermine Paula Becker“ eingetragen, geboren „den achten Februar, 3⁄4 11 Uhr“ und den „17ten April“ zu Hause getauft durch den Archidiakon Otto Emil Frommhold (1841–1903).
Aus den Briefen von Paulas Vater an seine Tochter ist bekannt, dass er sowohl Paris und Sankt Petersburg als auch London kannte und neben Russisch auch Französisch und Englisch sprach. Die mütterliche Familie war ähnlich weltoffen. Mathilde von Bültzingslöwens Vater Ferdinand war im Ausland Kommandeur eines Truppenkontingents, zwei ihrer Brüder waren nach Indonesien, Neuseeland und Australien ausgewandert.


Bei der Erziehung der Kinder der Familie Becker spielten Kunst, Literatur und Musik eine große Rolle. Paula erhielt ebenso wie ihre Schwestern Klavierunterricht. Paulas älteste Schwester Milly (eigentlich Bianca Emilie), die über eine schöne Singstimme verfügte, durfte Gesangsunterricht nehmen. Bis auf Paula schätzte ihre Familie Richard Wagner – Paula Becker empfand ihn als „undeutsch“; Goethe galt in der Familie als der alles überragende Dichter. Paula Beckers Elternhaus wird von ihren Biografen als liberal-bürgerlich eingestuft, wohlhabend war es dagegen nicht.


Die ersten zwölf Lebensjahre verbrachte Paula Becker in Dresden-Friedrichstadt. Die Familie lebte in der „Schäferstraße 59“, Ecke „Menageriestraße“ direkt ein Stockwerk über dem Kontor der Eisenbahngesellschaft. Kurzzeitig soll die Familie nahe der Annenkirche in der Wilsdruffer Vorstadt gewohnt haben. Später, nach Paulas Geburt bzw. Kindstaufe im Jahre 1876, zog die Familie in die „Friedrichstraße 29“. Ihr neues Domizil lag direkt gegenüber dem Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt; die Familie Becker bezog das Erdgeschoss des einstöckigen Gebäudes. Ihm angegliedert waren ein großer Vorgarten und ein noch ausgedehnteres dahinterliegendes Gartengelände.

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