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Oswaldo Guayasamín

Oswaldo Guayasamín

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Oswaldo Guayasamín (* 6. Juli 1919 in Quito; † 10. März 1999 in Baltimore) war ein Maler und Bildhauer und der wohl wichtigste bildende Künstler Ecuadors des 20. Jahrhunderts.


Oswaldo Guayasamín war der Sohn eines indigenen Vaters und einer mestizischen Mutter und erstes von zehn Kindern. Schon früh wurden die künstlerischen Fähigkeiten von Oswaldo erkannt. Nach der Schulzeit schrieb er sich selbst gegen den Widerstand seines Vaters (die Familie eines Einzelhändlers war recht arm) an der Kunsthochschule als Student ein. Das Studium beendete er 1941. Im Jahr 1942, im Alter von 23 Jahren, präsentierte er seine erste Ausstellung in einer privaten Kunstgalerie in Quito. Diese löste einen kleinen Skandal aus, da seine Bilder gar nicht dem Ideal der Hochschule der schönen Künste entsprachen. Einige Bilder beeindruckten jedoch den späteren US-Vizepräsidenten Nelson Rockefeller, der zu dieser Zeit Präsident des Museums für Moderne Kunst in New York war, so stark, dass er sie kaufte.


Von dem dafür eingenommenen Geld hielt Guayasamín sich zunächst sechs Monate in den USA auf und begab sich von 1945 bis 1947 auf eine Reise durch viele Länder Südamerikas. Dabei lernte er auch Pablo Neruda kennen und es entstand eine Freundschaft, die viele Jahrzehnte anhielt. Die Eindrücke dieser Reise inspirierten ihn zu seinem ersten Bilderzyklus Huacayñán (Quechua, zu deutsch: Der Weg der Tränen), in dem er besonders das Elend und die Unterdrückung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas thematisierte. Die Bilder dieses Zyklus entstanden zwischen 1946 und 1952 und wurden auf vielen Ausstellungen auch im Ausland gezeigt.


Daneben malte er auch immer wieder Porträts wichtiger Künstler und meist linker Politiker Lateinamerikas, so beispielsweise von Salvador Allende und Fidel Castro. Neben der Freundschaft zu Pablo Neruda entstanden auch enge Kontakte zu Gabriel García Márquez.


Im Jahr 1971 wurde er Präsident des Hauses der Ecuadorianischen Kultur, der wichtigsten staatlichen Kulturinstitution. 1976 gründete er die Fundacíon Guayasamín (deutsch: die Stiftung Guayasamín). Ziel der Stiftung war und ist, das kulturelle Erbe des Volkes und besonders der Indigenas zu sammeln und zu bewahren. Bis zu seinem Tod war Guayasamín Präsident der Stiftung, heute verwaltet sie den bedeutendsten Teil seines Nachlasses und wird von seinen Kindern geleitet.


Im Jahr 1978 wurde Oswaldo Guayasamín Mitglied der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Spanien und im Jahr darauf Ehrenmitglied der Akademie der Künste Carrara Italiens.


Neben seinen Malereien widmete er sich auch der Bildenden Kunst, insbesondere Wandgemälden in öffentlichen Gebäuden. So gestaltete er 1982 eine 120 Meter lange Wand im neuen Gebäude des Flughafens Barajas bei Madrid. Diese Wand, beschichtet mit Acryl und pulverisiertem Marmor, ist in zwei Hälften aufgeteilt: Die eine ist Spanien und die andere Hispanoamerika gewidmet. Ab 1986 war Oswaldo Guayasamin Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Im Jahr 1988 gestaltete er eine 360 m² große Wandfläche eines Sitzungsraums des ecuadorianischen Kongresses. In diesem Bild gibt es eine Darstellung, die das Symbol der CIA mit einem Nazi Stahlhelm verbindet, was bei der Einweihung zu wütenden Protesten des anwesenden US-Botschafters führte.


Weiters gestaltete er 1993 das Wandgemälde Mütter und Kinder im Eingangsraum des Sitzes der UNESCO in Paris.


Im Jahr 1993 nahm er an der Eröffnung eines ihm gewidmeten Museums in Havanna auf Kuba teil. Aus diesem Anlass präsentierte er auch sein drittes Porträt von Fidel Castro.

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