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Nicola Perscheid

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Nicola Perscheid (* 3. Dezember 1864 in Moselweiß; † 12. Mai 1930 in Berlin; eigentlich Nikolaus Perscheid) war ein deutscher Fotograf und einer der ersten Berufsfotografen Deutschlands. Im Jahr 1892 wurde er zum „Königlich Sächsischen Hofphotographen“ ernannt und war in den folgenden Jahrzehnten ein gefragter Porträtfotograf. Um 1920 entwickelte er ein Objektiv mit weichzeichnendem Effekt, das gerne für Porträtaufnahmen eingesetzt wurde.


Nicola Perscheid wurde 1864 als Sohn von Andreas Perscheid und Gertrud Wirgens in Moselweiß bei Koblenz geboren. Seine Vorfahren waren angeblich Weinbauern aus Spanien und Portugal, die sich um 1600 nach ihrem ersten Besiedlungsort am Rhein Perscheid nennen mussten. Nicola Perscheid heiratete später die Astrologin Claire Günther. Der gemeinsame Sohn Lothar Perscheid wurde ein beliebtes Fotomotiv Nicola Perscheids.


Nicola Perscheid absolvierte ab 1879 im Atelier Reuss und Möller in Koblenz eine Fotografenlehre. Nach seiner Ausbildung arbeitete er erst im Atelier Paul Strnad in Erfurt und von 1887 bis 1889 im Atelier Beer in Klagenfurt, wo er als Retuscheur angestellt war.


Im Jahr 1891 eröffnete Nicola Perscheid sein erstes eigenes Atelier in Görlitz, das auf Porträtfotografie spezialisiert war. Ein Jahr später wurde er zum „Königlich Sächsischen Hofphotographen“ ernannt. Auch nach seinem Umzug in die Gellertstraße 2 nach Leipzig im Jahr 1894 blieb er der Porträtfotografie treu und wurde durch die Vermittlung von Max Klinger mit Künstlern der Stadt bekannt. Klinger wurde in den folgenden Jahren immer wieder von Nicola Perscheid fotografiert. Um die Jahrhundertwende nahm Nicola Perscheid an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil, wodurch er mit den neusten Entwicklungen auf dem Gebiet der Fotografie bekannt wurde. Aus dem Jahr 1900 stammen erste Pinatypien, so zum Beispiel die Dreifarben-Pinatypie Frl. Jungmann, eines der ersten Farbbilder Perscheids. Um 1900 war Alfred Krauth für anderthalb Jahre Perscheids Operator und Erster Assistent, er hat sich anschließend selbstständig gemacht und sich auch um die Dreifarbenfotografie und die Stereofotografie verdient gemacht.


Nicola Perscheids Fotografien waren gefragt. Im Jahr 1905 siedelte er nach Berlin um und eröffnete ein neues Atelier W9 auf der Bellevuestraße 6a. Im Jahr 1909, dem Höhepunkt Nicola Perscheids kreativer Entwicklung, erhielt er die Große Silberne Staatsmedaille des Deutschen Photographen-Vereins, die als bedeutendste Auszeichnung für Fachfotografen galt.


Nach 1909 ist in Nicola Perscheids Werk keine künstlerische Weiterentwicklung mehr erkennbar. Neben seiner Arbeit als Fotograf wandte er sich auch der Weiterbildung von Nachwuchsfotografen zu und hielt Vorträge in Deutschland, Dänemark und Schweden. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Madame d’Ora, Arthur Benda, Toragorō Ariga (1890–1993), Peter-Paul Atzwanger (1888–1974), Uno Falkengren (1889–1964), Curt Götlin (1900–1993) und Henry B. Goodwin (1878–1931).


Nicola Perscheid fotografierte unzählige berühmte Persönlichkeiten seiner Zeit. Viele Fotografien schuf er dabei honorarfrei, um sie im Gegenzug werbend für eigene Ausstellungen oder Prospekte zu nutzen. Dabei arbeitete er von 1910 bis 1918 auch mit dem Postkartenvertrieb Willi Sanke in Berlin zusammen, der im Rahmen der sich entwickelnden Luftfahrt und ab 1914 insbesondere der Militärluftfahrt eine Postkartenserie zu deutschen Luftschiffen, Flugzeugen und Fliegerassen veröffentlichte. Er war ein Liebling der Berliner Gesellschaft und unter anderem mit Max Liebermann, Lovis Corinth und Hugo von Habermann befreundet.


Im Alter litt Perscheid zunehmend an Geldnot, was neben der allgemeinen wirtschaftlichen Lage auch an der persönlichen Exzentrik Perscheids lag. Er lebte seinen Hang zum Luxus und seine Verschwendungssucht auch noch in Zeiten aus, in denen ihm dies finanziell eigentlich nicht mehr möglich war. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zudem, so klagte Perscheid seit 1925 über nervliche Probleme, die auch sein Hausarzt nicht heilen konnte. Nicola Perscheid starb verarmt 1930 in Berlin, sein Atelier war bereits zu Lebzeiten aufgelöst worden.

Dies ist ein Teil des Wikipedia-Artikels, der unter CC-BY-SA-Lizenz verwendet wird. Der vollständige Text des Artikels ist hier →


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