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Louise Abbéma

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Louise Abbéma (* 30. Oktober 1853 in Étampes, Seine-et-Oise; † 10. Juli 1927 in Paris) war eine französische Malerin des Impressionismus und der Belle Époque. Sie wirkte auch als Graphikerin, Bildhauerin und Literatin.


Louise Abbéma war das einzige Kind des Vicomte Émile d’ Abbéma, Bahnhofsvorsteher in Étampes, und seiner Frau Henriette Anne d' Astoin. Sie war mütterlicherseits eine Urenkelin der Schauspielerin Louise Contat und des Grafen Louis de Narbonne. Von ihren kunstsinnigen Eltern wurde sie früh in Künstlerkreise eingeführt. So lernte sie schon 1871 die Schauspielerin Sarah Bernhardt kennen, die sie stark beeinflusste und mit der sie eine lebenslange, allgemein bekannte Freundschaft verband. Abbéma, die unverheiratet blieb und auch Freundschaften mit anderen Frauen pflegte, galt allgemein als lesbisch; literarische Anspielungen darauf finden sich etwa in einem Theaterstück von Georges Feydeau und einem posthum veröffentlichten satirischen Gedicht von Robert de Montesquiou.


Schon früh zeigte Abbéma ein besonderes Talent für die Malerei. Sie ging 1873 nach Paris und wurde dort Schülerin von Charles Josuah Chaplin, im folgenden Jahr von Emile Auguste Carolus-Duran und studierte später bei Jean Jacques Henner. Auf Anregung von Carolus-Duran stellte sie zwischen 1874 und 1926 regelmäßig ihre Werke im Pariser Salon aus, wo sie 1881 eine „ehrenvolle Erwähnung“ erhielt. Zuerst zeigte sie 1874 im Pariser Salon ein Bild ihrer Mutter. Ihr 1876 entstandenes lebensgroßes Porträtbild von Sarah Bernhardt (heute in einer Pariser Privatsammlung) brachte der erst 23-jährigen Abbéma erste öffentliche Anerkennung. 1878 stellte sie eine drei Jahre zuvor verfertigte Bronzemedaille mit der Profildarstellung ihrer Freundin – ihre einzige bekannte Skulptur – im Pariser Salon aus, wofür sich die manchmal auch als Bildhauerin tätige Bernhardt 1879 mit einer Marmorbüste Abbémas revanchierte.


Abbéma hatte in Paris zuerst ein Atelier in der Rue Blanche 91; wohnte und arbeitete seit 1876 mit ihren Eltern in der Rue Lafitte 47. Ihre Porträts berühmter Zeitgenossen sicherten ihr eine erfolgreiche Karriere. Anfangs porträtierte sie vor allem männliche und weibliche Mitglieder der Comédie Française in ihren Kostümen, z. B. Jeanne Samary (1879) und Blanche Barretta (1880). Manche ihrer Porträts wie jenes von Ferdinand de Lesseps (1884) wurden in den jährlichen Salons der Société des Artistes Français gezeigt, während andere als Privataufträge direkt an die Auftraggeber geliefert wurden (z. B. Porträt von Madame Lucien Guitry, 1876). Andere Bilder der Künstlerin sind nur durch zeitgenössische Zeugnisse bekannt wie die Darstellungen ihrer Lehrer Jean Jacques Henner, Emile Auguste Carolus-Duran (1880) und des französischen Architekten Charles Garnier. Weitere Porträts schuf Abbéma von Peter II. von Brasilien, Paul Mantz (1879) und Charles J. Chaplin. Ihr Bildnis von Sarah Bernhardt in ihrem Atelier in Belle-Isle-en-Mer, das sie 1922 bei der Société des Artistes Français ausgestellt hatte, bot sie 1923 nach Bernhardts Tod vergeblich den Direktoren des Musée du Luxembourg und des Musée de Versailles an.


Abbéma spezialisierte sich seit 1881 auf Öl- und Aquarellmalerei und viele ihrer Arbeiten zeigen den Einfluss der chinesischen und japanischen Malerei (Chinoiserie, Japonismus) sowie zeitgenössischer impressionistischer Meister wie Édouard Manet. Auch ihre Vorliebe für Blumen kommt in vielen ihrer Werke zum Ausdruck. Seltener schuf sie Landschafts- und Meeresdarstellungen (zuerst 1874 mit Monsieur und Madame de Grièges, Baron de Dourdan und der Hund Molda in Tréport), häufiger Innenansichten wie das Ölgemälde Déjeuner dans la serre (Mittagessen im Gewächshaus, 1877, heute im Musée des Beaux-Arts in Pau), wo der Schauspieler Emile de Najac, ihre Eltern und die Schwestern Jeanne und Sarah Bernhardt dargestellt werden.

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