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Christian Boltanski

Christian Boltanski

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Christian Boltanski (* 6. September 1944 in Paris) ist ein französischer Künstler, der vor allem durch seine Installationen bekannt wurde. In seinem Werk geht es immer wieder um die Verfälschung der Erinnerung und das Fragile unserer Lebensentwürfe.


Er lebt und arbeitet in Malakoff bei Paris und ist der Bruder des Soziologen Luc Boltanski. Christian Boltanski ist mit der Künstlerin Annette Messager verheiratet.


Christian Boltanski, geboren kurze Zeit nach dem Ende der deutschen Besatzung im befreiten Paris als Sohn des ukrainischen-jüdischen Chefarztes Étienne Boltanski (1896–1983) und Marie-Élise Ilari-Guérin. Seine Mutter stammte aus Korsika und war eine links eingestellte Katholikin.


Boltanski ist geprägt durch die Erinnerung an den Holocaust und setzt sich in seinen Arbeiten, die in den wichtigsten internationalen Kunstsammlungen zu sehen sind, intensiv mit der eigenen Vergangenheit und ihrer Rekonstruktion auseinander. 1967 begann er, Vitrinen mit Objekten wie Zuckerstücken, handgeformten Erdkugeln und Spielzeugwaffen auszustatten, um so eine typisch bürgerliche Kindheit fragmentarisch zu skizzieren. Nachdem er im Jahr 1968 erstmals ausgestellt hatte, versteigerte er 1972 persönliche Gegenstände, erstellte Inventare seines und des Lebens fiktiver Personen und bot diese verschiedenen Museen als Nachlass an. 1974 legte er Vitrinen für die Puppe eines Clowns an, mit dem er in Performances auftrat, und schuf diesem ein anthropologisches Museum.


Parallel zu den Ausstellungen mit persönlichen Gegenständen oder Erinnerungsstücken publiziert Boltanski pseudo-dokumentarische Rekonstruktionen seines Lebens. Das sind kleine Hefte (oder Beiträge in Kunstzeitschriften), wie etwa aus dem Jahre 1969 Recherche et présentation de tout ce qui reste de mon existence de 1944 à 1950 oder 10 Bilder aus der Kindheit von Christian Boltanski, gespielt am 12. Juni 1971. Die Versuche der Rekonstruktion der eigenen Biografie gehen so weit, dass er die Fotoalben von Freunden übernimmt und sie als Fotos seiner eigenen Familie deklariert.


In den folgenden Jahren erlangte die Photographie in seinem Werk zunehmend an Bedeutung. In den 80er-Jahren warf Boltanski die Schatten von mysteriösen Papierfiguren an die Wände von Ausstellungsräumen. 1988 wurde ihm in den USA eine Retrospektive in sechs Museen gewidmet.


Er war Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel im Jahr 1972 in der Abteilung Individuelle Mythologien, auf der Documenta 6 (1977) und der Documenta 8 im Jahr 1987 als Künstler vertreten.


In den 1970er Jahren arbeitete Boltanski wiederholt an den sogenannten Inventaren – Installationen, in welchen persönliche Gegenstände aus dem Besitz unbekannter, verstorbener Personen arrangiert und ausgestellt wurden. Die Photographien und Gegenstände findet er überwiegend auf Flohmärkten. In seiner Monographie (Ich ist etwas Anderes) charakterisiert Autor Armin Zweite diese Verfahrensweise als „[…] Klassifikation des Banalen und Nutzlosen, des Gebrauchten und Überflüssigen, des Obsoleten und Sentimentalen, die uns ebenso wie die museale Präsentation die Vermutung aufdrängt, dass alles dies für eine fremde Person Bedeutung hatte und in seiner Gesamtheit ihr physisches, psychisches, kulturelles und soziales Leben bestimmte, und zwar mehr als wir uns das normalerweise eingestehen.“


Angesichts der Frage, in welchem Maße die ausgestellten und abgelebten persönlichen Gegenstände eines Menschen seine Identität widerspiegeln oder bezeugen, zwingen Boltanskis Inventar-Installationen den Betrachter zur Hinterfragung der eigenen Existenz, dem individuellen Charakterkern und dessen (notwendige/unnötige) Bindung an materielle Gegenstände.

Dies ist ein Teil des Wikipedia-Artikels, der unter CC-BY-SA-Lizenz verwendet wird. Der vollständige Text des Artikels ist hier →


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