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Feministische Kunst
Kunstbewegung

Feministische Kunst bezeichnet eine Kunstbewegung. Der Begriff entstand Ende der 1960er Jahre in den USA (feminist art). In der Feministischen Kunst befassen sich Künstlerinnen explizit mit weiblicher Identität sowie kollektiven Erfahrungen von Frauen und setzen sich mit konventionellen Geschlechterkonstruktionen und Kunstnormen auseinander.

Bereits im 19. und frühen 20. Jahrhundert artikulierten Künstlerinnen feministische Themen und Forderungen in ihren Werken, darunter Hannah Höch, Claude Cahun und Alice Lex-Nerlinger. Der Begriff feministische Kunst entwickelte sich jedoch erst in den späten 1960er Jahren. Er war mit der Zweiten Frauenbewegung verknüpft und wurde oft mit subversiven Überschreitungen gleichgesetzt. Künstlerinnen begannen gegen die Vormachtstellung von Männern in der Kunstwelt zu kämpfen. Sie konzentrierten sich auf Themen wie stereotype Weiblichkeitsbilder, Körperlichkeit, Sexualität, sexuelle Gewalt und stellten Machtverhältnisse und Hierarchien in Frage. Sie trugen jedoch auch grundlegend zur Weiterentwicklung von Kunstformen bei. Sie nutzten als Ausdrucksmittel Photographie, Film und Video, schufen Rauminstallationen, mit denen sie Frauen zugedachte private Räume besetzten und neu definierten, sowie Performances und Aktionen, für die sie ihren eigenen Körper zum Material ihrer Kunst machten. Die 1970er Jahre waren die Hochphase feministischer Kunst, vor allem in den USA, in Großbritannien und in Deutschland. Jeremy Strick, Direktor des Museum of Contemporary Art, Los Angeles (MOCA) nannte die feministische Kunst dieser Zeit „die einflussreichste internationale Kunstbewegung der Nachkriegszeit“.

Feministische Kunst ist nicht gleichzusetzen mit Frauenkunst oder "weiblicher Kunst", und nicht jede Kunst von Frauen ist feministisch. Die Kunsthistorikerin Margarethe Jochimsen, Kuratorin der Ausstellung Frauen machen Kunst 1976/77 in Bonn, schrieb im Ausstellungskatalog, feministisch sei Kunst von Frauen,

Nach Jochimsen sei feministische Kunst ihrem Charakter nach transitorisch. Es gebe sie nur so lange, wie die gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter sowie die Ausgewogenheit von männlichen und weiblichen Qualitäten in Mann und Frau nicht verwirklicht sei.

Die feministische Kunstgeschichte wurde wesentlich von einem Artikel der Kunsthistorikerin Linda Nochlin mit dem Titel Why have there been no great Women Artists? im Jahr 1971 angeregt. Darin diskutiert sie die sozialen und kulturellen Einschränkungen von Künstlerinnen und ihren Ausschluss aus den Kunstinstitutionen. 2007 schrieb sie, dass Frauen in der Kunst mittlerweile nicht mehr die Ausnahme seien, sondern ein selbstverständlicher Teil des Kunstbetriebs. Die Ungleichbehandlung von Künstlerinnen im Ausstellungswesen besteht jedoch fort. Bei Spezialausstellungen, in denen ausschließlich Werke von Künstlerinnen gezeigt werden, handle es sich Monika Kaiser zufolge oft nur um vorübergehende Präsentationen in Museumsräumen. Ein Beispiel hierfür sei die Ausstellung elles@centrepompidou 2009/2010 im Centre Pompidou.

Zu den Kunstinstitutionen, die feministische Kunst ausstellen oder sammeln, zählen einige der Frauenmuseen. Das 2006 eröffnete Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art im Brooklyn Museum in New York zeigte zahlreiche Ausstellungen, die der Feministischen Kunst von den 1990er Jahren bis in die Gegenwart gewidmet waren sowie dem Einfluss von Künstlerinnen auf internationale Kunstbewegungen. Die Sammlung Verbund in Wien legt einen Schwerpunkt auf die internationale feministische Avantgarde der 1970er Jahre.

Die Liste enthält Künstlerinnen, die sich selbst als feministische Künstlerinnen verstehen oder von denen Werke oder Schaffensphasen der Feministischen Kunst zugerechnet werden.

Mitunter werden auch Niki de Saint-Phalle und Performances von Marina Abramović zur feministischen Kunst gezählt.

Quellen

Dies ist ein Teil des Wikipedia-Artikels, der unter CC-BY-SA-Lizenz verwendet wird. Der vollständige Text des Artikels ist hier →

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Kunst

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