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Byzantinische Kunst

Kunstbewegung

Die byzantinische Kunst ist im Speziellen die Kunst des byzantinischen Reichs, das vom 4. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert bestand, beinhaltet aber im Weiteren auch das Kunstschaffen in den von der byzantinischen Kunst geprägten Nachbarländern des ehemaligen Byzantinischen Imperiums im vorderen Orient, dem Kaukasus, Balkan sowie den Ländern um das Kaspische Meer und Russland. Die Byzantinische Kunst überdauerte den Fall von Konstantinopel und beeinflusste insbesondere die frühe Architektur der Karolinger und Ottonen und die Kirchenarchitektur des oberen Rheinlandes, sowie die Tafelmalerei des Hoch- und Spätmittelalters in Italien, wie auch die Marienmalerei der Spätgotik und Frührenaissance Nordwesteuropas. Sie ist bekannt für ihre Werke sakraler Architektur, Email-, Textil- Elfenbein- und Goldschmiede-Kunst und wird im Besonderen mit der Miniatur-, Buch-, Mosaik- und Ikonenmalerei verbunden.

Die Abdeckung der Byzantinischen Archäologie bzw. Kunstgeschichte durch die wissenschaftlichen Disziplinen ist nicht ganz einheitlich. Oft wird sie von den Lehrstühlen der Christlichen Archäologie (mit-)behandelt. Allgemein gilt, dass die Geschichte des byzantinischen Reiches in Deutschland häufig stiefmütterlich behandelt wird.

Die sich aus der antiken Kunst herausbildende, dem universellen Anspruch christlichen Gedankenguts folgende byzantinische Kunst und Kultur hat bis heute eine tiefe Verwurzelung bei den Orthodoxen in Europa. Sie bildet seit dem Mittelalter zudem einen zweiten Pol zu der sich in Westeuropa entwickelnden romanischen und gotischen Kunst und führt noch immer auch zu einer ideologischen und psychologischen Abgrenzung der dem byzantinischen Ritus angehörenden Völker zum Westen. Dabei erfährt das byzantinische Geschichts- und Kulturerbe Europas bis heute eine stiefmütterliche Behandlung im Bewusstsein der westlichen Gesellschaften und der Europäischen Identität. Insbesondere war eine negative Einstellung zur Byzantinischen Kunst in der westlichen Kunstkritik seit Vasari durch die Epitome Maniera Greca belegt worden.

Die Nachwirkung der 'vasarischen' Abwertung von Originalität und Evolution, insbesondere der byzantinischen Tafelmalerei, blieben durch Attribute wie Starre, Verharrung und Schematismus nach wie vor wirksam, die den dazu im Gegensatz „freien“ westlichen Künstlern und Kunststilen mithin eine künstlerische Überlegenheit assistieren sollte, jedoch die Qualität der vergeistigten Wirkungswelt byzantinischer Ikonen, Fresken und Mosaiken lange nicht richtig zu deuten vermochte. Auch ging vom einflussreichen Werk Edward Gibbons eine diskreditierende Wirkung der byzantinischen Epoche aus, die als „Tausendjähriger Verfall“ des Römischen Imperiums auch im Niedergang antiker Kunst gesehen wurde. Erst mit der modernen und auch abstrakten Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die byzantinische Maltradition positiver bewertet und deren Bildaufbau und Bildtypus auch von westlichen Künstlern als Vorlage genutzt, sowie allgemein die Bedeutung der Byzantinischen Kunst und Kultur auf den Westen im Mittelalter und der Renaissance herausgestellt.

Als bekanntester moderner Künstler, dessen Werk unter anderem nicht nur von byzantinischen Quellen inspiriert, sondern geradezu geprägt wurde, gilt Andy Warhol, wie im Porträt Gold Marilyn Monroe, das im Schema und Typus byzantinischer Ikonographie folgt.

Das Frühbyzantinische bzw. Oströmische Reich war in der Spätantike und im Frühmittelalter die dominierende Kultur des Mittelmeerraumes, die durch die Vermittlung der antiken Tradition und Wissenschaft später nachhaltig die europäische Renaissance befruchtete.

Als schwierig erweist sich die Trennung der „byzantinischen“ von der „antiken“ Kunst. Das „goldene Zeitalter“, die Regierungsjahre Kaiser Justinians, ist in seiner der imperialen Monumentalität verpflichteten Interpretation von bildlicher Darstellung und Architektur von den Formen spätantiker Kunst geprägt. Die Verehrung des Kaisers als Statthalter Christi ist dabei nach Ansicht mancher Forscher als Fortführung des römischen Kaiserkultes zu sehen. Sie findet sich durch Monumentalplastiken seit der Zeit Konstantins Konstantin-Säule sowie der dem antiken Kaiserkult anhaftenden Porträtdarstellung in Elfenbein, Münzen und Mosaiken (z. B. San Vitale) wieder. Noch Justinian I. stiftete auf dem Augustaion eine heute verloren gegangene Siegessäule (Justinian-Säule), auf der sich der Monarch in einer überlebensgroßen Reiterdarstellung abbilden ließ. Auch im gewagten Neubau der Hagia Sophia als neuer Hauptkirche der Christen ist eine für die erste Periode der frühbyzantinischen Kunst charakteristische Vermengung antiker (Marmorsäulen antiker Tempel) und neuer, christlich-orientalischer Elemente prägend. In den Provinzen folgen Kirchen zumeist noch dem basilikalen Schema, in dem einzig die Kuppelkirche San Vitale (in Ravenna) herausragt.

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Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinische_Kunst

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