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Andrea del Verrocchio

Andrea di Michele di Francesco de' Cioni

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Andrea del Verrocchio, eigentlich Andrea di Michele Cioni (* 1435 in Florenz; † 7. Oktober 1488 in Venedig) war als Bildhauer und Maler einer der einflussreichsten Künstler in der Übergangszeit von der Früh- zur Hochrenaissance.


Über frühe Jahre ist nur wenig Gesichertes bekannt. Nach einer Lehre als Goldschmied scheint er eine Ausbildung als Bildhauer erhalten zu haben. Mitte der 1460er Jahre begann sein Aufstieg als Bildhauer – unter der tatkräftigen Förderung durch Piero de’ Medici und dessen Sohn Lorenzo il Magnifico. Zur selben Zeit scheint er sich intensiver mit Malerei beschäftigt zu haben; es ist jedoch unsicher, ob bzw. wo er gelernt hat (Alesso Baldovinetti oder Fra Filippo Lippi?). 1472 trat er der Lukas-Bruderschaft der Maler bei. Verrocchio wurde Kurator der Antikensammlung der Familie Medici in Florenz. Als Restaurator hatte er Gelegenheit, antike Statuen eingehend zu studieren und so die Grundlagen seiner eigenen Werke zu schaffen.


Über zwei Jahrzehnte lang leitete er eine produktive, universell ausgerichtete Werkstatt, in der neben Skulpturen und Gemälden auch Kunsthandwerk wie Kostüme und Ausstattung für Festlichkeiten angefertigt wurden. Sie war gleichzeitig eine gut besuchte Ausbildungsstätte für junge Künstler der Hochrenaissance (unter anderen Sandro Botticelli, Lorenzo di Credi, Leonardo da Vinci und Perugino).


Bedeutend war Verrocchio vor allem als Bildhauer. Er war der führende florentinische Bildhauer seiner Zeit. Bei dem 1472 fertiggestellten Grabmal für Piero und Giovanni di Medici beeindruckt die originelle Komposition. Vor 1476 schuf er eine Bronzefigur des David, ausdrucksvoll mit lebendigem Schönheitsideal. Mit dem unvollendeten Grabrelief des Kardinals Forteguerri nimmt Verrocchio die theatralischen Effekte der barocken Bildhauerkunst vorweg. Von 1478 stammt ein Terracotta-Relief der Jungfrau Maria (jetzt im Bargello in Florenz).


Zu seinen beeindruckendsten Werken zählt die Bronzegruppe Christus und Thomas in Orsanmichele, die technische Perfektion mit Gespür für Komposition und Emotionalität verbindet.


1483 erhielt er von der Republik Venedig den Auftrag, zum Andenken an den Söldnerführer Condottiere Bartolomeo Colleoni eine Reiterstatue zu schaffen, die erst nach seinem Tode nach dem fertigen Tonmodell gegossen und vor San Giovanni e Paolo in Venedig aufgestellt wurde. Die spannungsgeladene Reiterstatue genügt, um die Vorstellung einer ganzen Streitmacht zu evozieren, die dem Kommandanten nachdrängt. Der Colleoni beeinflusste die Entwicklung der Reiterstandbilder bis in das 19. Jahrhundert.


Seine Porträtbüsten, die Naturalismus und Idealisierung vereinen, wurden von der Antikensammlung der Medici inspiriert.


Verrocchios Skulpturen zeichnen sich durch Realitätssinn aus, durch gezielt eingesetzte Licht- und Schatteneffekte und wechselseitige Durchdringung von Figur und Raum und gaben damit entscheidende Anstöße für den (Florentiner) Stil der Hochrenaissance. Sein Putto mit Delfin zeigt erstmals die Spiral-Pose, die keine bevorzugte Betrachtungsrichtung kennt. Verrocchio löste Figuren aus ihrer Bindung an eine Ansicht von einem Standpunkt aus, was in der Bildhauerei den Weg zum Manierismus und Barock öffnete.


Kaum eines der ihm zugeschriebenen Gemälde ist sicher zuzuordnen. Bei den gesicherten Werken ist die Datierung oft unsicher.
Um 1475 fertigte er die Taufe Christi (Uffizien, Florenz), an der jedoch auch die Beteiligung des jungen Leonardo da Vinci unverkennbar ist. Das Gemälde Tobias und der Engel (1470–1480, National Gallery, London) wird seiner Werkstatt ebenfalls unter möglicher Beteiligung Leonardo da Vincis zugeschrieben. Eines der wenigen Gemälde die ihm zugeschrieben werden ist Maria mit dem Kind (um 1470, Gemäldegalerie, Berlin).

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